13. Filmfestival der Generationen

Im Rahmen des 13. Europäischen Filmfestivals der Generationen läuft im Kino digital im Hohenstaufensaal Annweiler am 05.10. 16:00 Uhr (Einlass ab 15.00 Uhr) der Film ROMYS SALON.
In „Romys Salon“ erlebt ein zehnjähriges Mädchen die fortschreitende Demenz-Erkrankung seiner Großmutter und wird zur gewitzten Komplizin im Kampf um Freiheit und Würde.
DER EINTRITT IST FREI !!!!

In „Romys Salon“ erlebt ein zehnjähriges Mädchen die fortschreitende Demenz-Erkrankung seiner Großmutter und wird zur gewitzten Komplizin im Kampf um Freiheit und Würde. Nahe am Leben und ohne Kitsch und dramaturgischen Kokolores erzählt die niederländische Regisseurin Mischa Kamp („Tony 10“) auf einfühlsame und kindgerechte Weise von einer besonderen Verbindung, die sich hier erst in der Konfrontation mit der Krankheit entwickelt. Dabei trifft „Romys Salon“ - ganz im Gegensatz zu "Honig im Kopf" immer genau den richtigen Ton.
Erst mal läuft es nicht so gut zwischen Romy (Vita Heijmen) und ihrer Oma Stine (Beppie Melissen). Die Zehnjährige fühlt sich abgeschoben, als ihre Mutter Margot (Noortje Herlaar) nach der Scheidung wieder einen Vollzeitjob annimmt und Romy nach der Schule in Omas Friseursalon parkt. Auch Stine ist nicht begeistert, sie hat schließlich viel zu tun und ein Kind stört nur bei der Arbeit. Das Blatt wendet sich allerdings, als Stine zunehmend vergesslicher wird und Romy immer mehr Aufgaben im Salon übernimmt. Als bei Stine Alzheimer diagnostiziert wird, ist die Entscheidung für Margot klar: Niemand kann sich um sie kümmern, also muss ihre Mutter in ein Pflegeheim. Romy ist anderer Meinung und fasst einen riskanten Entschluss...
Ein großer Pluspunkt ist auch, dass Kamp ihre Figuren ernst nimmt und sie niemals bloßstellt. Wo in „Honig im Kopf“ der demenzkranke Protagonist (trotz starker Leistung von Dieter Hallervorden) um ein paar Gags willen manchmal fast wie eine Karikatur wirkt, ist Stine jederzeit authentisch und lebensecht. Das liegt, neben dem auf unnötige Effekte verzichtenden Drehbuch, auch an den sehr natürlichen Darstellungen von Vita Heijmen und besonders Beppie Melissen, die ihrer Stine bei aller Verzweiflung auch viel Kraft, Würde, Witz und nicht zuletzt Stil verleiht. Und genug gute Laune kommt trotz aller Tragik auch auf, wenn Romy und ihre Oma mit vereinter Girlpower den Friseursalon wuppen.
Ein ruhiger, respektvoller und auch beschwingter Kinobeitrag zum Thema Demenz, mit Substanz und einem begeisternd-sympathischen Oma-Enkelin-Gespann.

Das Filmfestival ist seit diesem Jahr an der Katholischen Hochschule Freiburg angesiedelt; es besteht aber weiterhin eine
Kooperation mit dem bisherigen Gesamtveranstalter, dem Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg. Es ist ein
sozio-kulturelles, nicht-kommerzielles Filmfest, das die Begegnung und den Dialog zwischen Bürgern, Generationen
und Kulturen fördern möchte. Hierzu passend werden dem Publikum Filme präsentiert, die zum Dialog über zukunfts- und
kommunalrelevante Themen einladen sollen wie z. B. Alter/n, Demografischer Wandel, Klimawandel, Migration, Inklusion
und gesellschaftlicher Zusammenhalt.